2022 war… der Satzanfang, der sich aufdrängt, induziert ganz eindeutig, dass es wieder einmal „diese Zeit“ im Jahr ist. Diese Zeit „zwischen den Jahren“, die irgendwo hängt, schwebt, wabert, im luftleeren Raum, nicht mehr da und noch nicht dort und die immer etwas von mir will, nämlich das Rekapitulieren, das ich brauche, um ein Jahr richtig abschließen zu können und nicht mit angebrochenen Jausenbroten in das neue zu starten.


2022 war ein hartes Jahr für mich mit viel dichtem Nebel und schwarzen Wolken. Es wog schwer auf meinen Schultern und auf meiner Seele aber es war nicht das grausamste von allen. Es hat mich tief fallen lassen, sehr tief, vielleicht bis auf den Grund meines Ichs (aber das hoffe ich ja immer).

Sophie und Fühlosophisch waren gerade geboren, aber wenig liebevoll gepflegt, stattdessen strauchelte ich mit der Mediennutzung an anderen Orten und allem, das mich sonst oberhalb der Nulllinie leben lässt.

Heilung sollte das große Credo sein. Hoffnungsvoll schrieb ich es mir in den Blog und hinter die Ohren, kindlich optimistisch, am Ende diesen Jahres alle Traumanarben entstört, gepflegt und versorgt zu haben und leichten Herzens (und Schrittes, im wörtlichen Sinne) auf die Mitte der 20er Jahre (und die zweite Hälfte meiner Dreißiger) zuzusteuern. Das lief nicht ganz so glatt und mitte des Jahres fühlte ich mich wie Harry Potter in der Felsenhöhle, mit der Erkenntnis, dass all die Strapazen nur zu einem Fake Horkrux geführt hatten.

Health, Creation, Alignment und Purpose waren die vier Worte aus dem allseits beliebten Wortsalat, die mir 2022 als erstes vor die Netzhaut geflimmert waren.
Alignment: im letzten Jahr haben sich die Menschen, zu denen ich das Bedürfnis habe, innigeren Kontakt zu pflegen, sehr deutlich herauskristallisiert. Es gibt immer noch viel mehr, die ich mag und schätze, aber nur wenige, die ich wirklich nah sein lassen kann und will.

Health: Vom Überlebensmodus in den Lebensmodus. Das war praktisch mein Jahres To Do. Erkennen, dass ich nicht mehr 24/7 in Angst leben muss, dass ich mir Abstand nehmen kann, die Türe schließen, das Handy abdrehen, schlafen, so lange ich will und mir selbst vertrauen.

Purpose: hier habe ich einen Gang zurückgeschalten und versucht, die Kontrolle eine Spur loszulassen und meinen Weg mehr auf mich zukommen zu lassen und damit bin ich sehr okay.

Creation: dieser Punkt ist mir sozusagen geblieben und ich darf ihn ins nächste Jahr wieder mitnehmen. „Ich will Dinge tun, die ich (noch) nicht kann.“ Lustig, dass gerade das Wort wieder aufgetaucht ist, denn hier habe ich definitiv noch Luft nach oben in der Umsetzung und damit wird mich das Thema auch ins nächste Jahr begleiten.

Love, Selfcare, Power und Creation sind es für 2023 geworden und auch dieses Jahr nehme ich diese gerne mit. Doch auch die Heilung wird mir bleiben und zum ersten Mal seit ich das Wortprojekt gestartet habe, ein zweites Mal über allem stehen. Denn die Heilung ist das Zentrum, aber sie besteht aus so vielen Facetten, dass ich noch lange nicht damit fertig bin, sie in den Vordergrund zu stellen. Die anderen sind in sich für mich sehr stimmig, selbsterklärend und passen ausgesprochen gut zu dem, was das Thema für mich im kommenden Jahr bedeuten soll.


Life is a journey (not a race).
Unbekannt
Das war vor langer Zeit schon wahr für mich und ich glaube, ich beginne langsam, ganz langsam, es auch zu leben. 2023 will ich nicht damit rechnen, irgendwo anzukommen, nur ein Stück weiter auf meinem Weg.






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