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Mein Wort für 2022

Nach dem Rückblick auf mein Jahreswort „Nein“ 2021 stellt sich natürlich die Frage: worum soll es im kommenden Jahr gehen? Und das war sehr viel schneller klar als die letzten Male: 2022 steht ein Begriff im Vordergrund: Heilung.

Ich musste eine Weile üben, bis ich mich selbst damit identifizieren konnte, Heilung zu brauchen. Warum denn? Eh alles ok. Eh alles wie immer. Ja – das heißt aber nicht, dass es „immer“ „ok“ war, sondern ganz im Gegenteil: Vieles war immer nicht ok in meinem Leben.

Es ist neu für mich so offen meine Erlebnisse beim Namen zu nennen und ich stolpere nach wie vor darüber. Ich bin mit Eltern mit kombinierten Persönlichkeitsstörungen und sehr missbräuchlichem Verhalten aufgewachsen. Ich habe mit komplexen Traumatisierungen zu kämpfen, die sich bei mir teilweise typisch und erkennbar, teilweise sehr verborgen zeigen. Ich bin überhaupt nicht so, wie ich mir traumatisierte Menschen immer vorgestellt habe, aber ich habe gelernt: traumatisierte Menschen sind selten so, wie man sie sich vorstellt, das macht die Traumatisierungen aber nicht weniger real und auch nicht weniger schmerzhaft oder schwierig. Die gute Nachricht ist: im Gegensatz zu Persönlichkeitsstörungen können Traumatisierungen heilen wenn sie nicht unbehandelt bleiben. Wie gebrochene Beine können auch gebrochene Seelen therapeutisch gegipst werden. Und das steht für mich im kommenden Jahr auf dem Programm.

Heilung, aber wie?

Dafür braucht es Zeit, Raum, Platz und Energie für Trauer, Schmerz, Wut, Verzweiflung. Aber dafür bekommt man auch auch: Freude, Glück, Liebe, Erleichterung, Selbstwirksamkeit. All das wird im Mittelpunkt meines kommenden Jahres stehen (hoffentlich). Nicht nur aber auch war die Manifestierung dieses Ziels ein gewisser Anstoß für den Start mit der „Fühlosophie“.

Doch das, was ich mir vornehme, soll nicht nur so schwammig sein. Es geht um sehr konkrete Dinge. Es geht darum, mich im dritten Jahr der Pandemie zu fragen: wie kann und soll sich mein Alltag gestalten?

Health. Creation. Alignment. Purpose.

Diese vier Worte waren die ersten, die ich in einem dieser beliebten Buchstabenpuzzles auf Instagram entdeckt habe und sie könnten passender nicht sein. Das besonders lustige daran ist, dass ich die vier nachfolgenden Punkte ein paar Tage BEVOR ich über dieses Bild gestolpert bin geschrieben habe.

  1. Zu welchen Menschen möchte ich wieder mehr Kontakt finden? Ich bin pandemüde. Die Pandemie hat mich träge gemacht. Ich habe mich massiv in ein Schneckenhaus verkrochen und den Kontakt zu meinem sozialen Umfeld fast auf null geschraubt und der Austausch fehlt mir. Wer, wie und wieviel ist mit den gegebenen Rahmenbedingungen für mich richtig? ALIGNMENT.
  2. Ich möchte mir selbst wieder mehr Sicherheit geben und die Möglichkeit, aus dem Überlebensmodus zurück in einen Lebensmodus zu wechseln. Das bedeutet allem voran: meinen Körper gut behandeln. Mich gut ernähren und mich gut bewegen: HEALTH.
  3. Ich weiß, dass ich meine Identität bis zu einem gewissen Grad neu definieren muss. Wer bin ich ohne meine Rolle als gefügige und leistungsabliefernde Tochter? Womit möchte ich meine Zeit verbringen, wofür etwas investieren wenn ich dafür nicht ständig einen Liebesbarometer vor die Nase geknallt bekomme. Ich will Dinge tun, die ich (noch) nicht kann. Egal ob es lettern, laufen, schreiben oder Ukulele spielen ist. All das “unsinnige Zeug“, das nichts (ein)bringt – außer Spaß, Entspannung und Ruhe. CREATION.
  4. Last but not least will ich das Jahr nutzen um im neuen Abschnitt meiner Ausbildung anzukommen. Meine Selbsterfahrungsstunden für genau diesen Zweck investieren, Tempo rausnehmen und einmal im derzeitig neuen Broterwerbsjobs ankommen, bevor ich wieder nur zerrissen zwischen zwei Welten bin. PURPOSE.

Das Leben auf mich zukommen lassen und mein Vertrauen in das Universum wiederfinden, das möchte ich in „twentytwentytoo“.

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