Ich hatte Urlaub. Den ersten richtigen Urlaub seit irgendwann mitten im Lockdown. Also so mit mehr als eine Woche und Meer und vergessen, welcher Wochentag gerade ist. Diese Zeiten sind wertvoll und selten und es sind die Zeiten, in denen innerlich wieder Ressourcen frei werden, die sich meistens den Traumathemen zuwenden. Da gab es so vieles, das ich gerne hätte aufschreiben wollen aber trotz dieser digitalisierten Zeit, in der wir leben, schaffe ich das irgendwie nie und dann sitze ich hier am Schreibtisch und starre auf den weiß leuchtenden Bildschirm und schreibe immer nur dasselbe. Meistens kommen die Gedanken und Gefühle an ungünstigen Orten oder zu unpassenden Zeiten, unter der Dusche, mitten in der Nacht oder in der Bucht tümpelnd. Sie sind dann so überwältigend, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, ein paar Tage später nicht mehr darauf zugreifen zu können. Doch so ist es, immer und immer wieder.


Vielleicht ist auch das ein Zeichen unserer verrückt schnelllebigen Zeit und der Überstimulation unserer Gehirne. Es passieren immer so viele Dinge gleichzeitig, dass alles nur für den Moment präsent sein kann. Trotzdem bedeutet das nicht, dass die Themen keine Schatten werfen. Die Schatten sind immer da und malen das Bild mit, das wir von der Welt sehen. Aktuell fühlt sich die Welt für mich wie der letzte Teil einer der großen Filmserien an. Die Rückkehr des Königs, die Heiligtümer des Todes. Nach Düsternis und Stürmen, die ihren Weg sogar ans Sommermeer finden. Und ich frage mich ob da irgendwo ein Ringträger herumläuft oder einer auserwählt ist, die großen Schatten, die auch die anderen sehen können, wieder in ihr Reich zu verbannen.




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