Das war 2024

Was wäre mein Dezember ohne das Zelebrieren der Jahresrückblicke. Online, offline, im rosalila Netzwerk, in der hellgrünen Musikbibliothek, in meinem Bulletjournal und natürlich: hier. Hier bündeln sich alle Verzweigungen der anderen Kanäle, hier finden sie auf einen Nenner zusammen, hier wird quasi das Urteil gefällt.

Balance sollte es sein in diesem bedeutungsschweren Jahr für Numerologen und für mich, weil es ein gerades war dessen Nummer ich mochte, vielleicht weil 24 für immer mit Weihnachten assoziiert ist und bei allem was mit Weihnachten zu tun hat wird mir ganz weich ums Herz. Aber es ist auch ein toller Tag mit 24 Stunden und überhaupt ist die 24 halt irgendwie eine besondere Zahl und im Gegensatz zu allen anderen 4en nicht hässlich oder störend, dass sie nicht schon auf die 5 aufgerundet wurde.

Wenn ich auf die letzten 366 Tage zurückblicke fällt es mir gar nicht so leicht, ein Fazit zu ziehen. Es war ein reichlich unbefriedigender Dezember und auch das restliche Jahr fühlt sich nicht so sehr nach einer großen Sammlung Lebenswertmomenten an. Gleichzeitig stimmt das auch wieder nicht, denn es gab sehr wohl einige Leuchtturmmomente, doch die kamen in der Tiefe nicht so richtig an. Warum habe ich ja im vorvorigen Post schon anklingen lassen. Dennoch möchte ich das Resumée nicht nur nach der gefühlten Erinnerung ziehen sondern auch nach dem, was tatsächlich passiert ist. Und das war gar nicht so wenig. Es waren viele Sonnenaufgänge und der zugefrorene See im Jänner, die ersten Frühlingsbotensonnenstrahlen im Februar, eine Flussbettwanderung, eine Musical Preview und ein fetter Meilenstein im März, Frühling, Pizzen und Pinsas, Flieder, der Besuch beim Friedhof der Namenlosen, Kettcar, Unmengen an geiler Patisserie und Hund- und Katzenmomenten bis April, Wiederfinden sehr alter warmer Erinnerungen und Orte mit neuen verknüpft, Mohnblumen, Schmetterlinge und ein wundervoller Pia-Abend in den Niederlanden gekoppelt an einen Frühlingsnachmittag am Strand mit holländischen Lieblingssnacks, unerfreulicherweise gefolgt von einer gsd-grade-mal-so-nicht-Blutvergiftung die mich den restlichen Mai dann lahm gelegt hat, ein paar wilde Träume antesten und doch wieder verwerfen, Seemomente, Stadtmomente, Pistazienmomente, die Eissaison auskosten, einen 2000 km Roadtrip für eine Pia-Dernière und das Rückerobern eines Lieblingsortes im deutschen Süden, das Grande Finale der konzertanten Aufführung von Elisabeth vor Schönbrunn mit einer der möglichen Herzensbesetzungen, mit Mr. Grey das Grätzel erkunden und Glück und Unabhängigkeit spüren, Kinolust, die Liebe zum Racketsport wiederentdecken, noch einmal Kettcar, Silbermond, aber auch Rückenschmerzen in Mengen und die Vorbereitung der Begrüßung eines neuen Erdenbürgers in der Chosen Family über den Sommer. Zum Ausklang einen richtigen Urlaub-Urlaub in Kroatien mit Schnorchelspaß und Hunde Stand Up Paddeln und Wochentag vergessen und einem lang im Hinterkopf gehabten Fotospot am Heimweg (die Herzerlstraße) und zum Abschluss, bevor der breaking Point dann kam, noch den lang geplanten Guardian Ghost spontan aufs Schienbein unter die Haut malen lassen und damit 2 von 3 Motiven dort vervollständigt. Dann kam der Wahnsinn, ich wurde krank, ich hatte keine Zeit dafür und büße das bis jetzt. Der Projektlaunch, der mit der Mittelohrentzündung zusammen gefallen ist, alles was sich durch den Urlaub und dadurch aufgestaut hat, die Bröseln mit dem, der eigentlich da ist um zu unterstützen und dann noch der Dezember. Zumindest den letzten Pia-Moment für dieses Jahr, der durch Wien ein nochmal besonderer war, den blühenden Wein in Schönbrunn und die Eröffnung des neuen Weihnachtsmarktes hab ich zwischendrin mitgenommen, aber seither ist mit kurzer Verschnaufpause nur mehr „goa nix“ angesagt. Trotzdem haben wir zum Geburtstag das Schokokoma in der Zotter Manufaktur und den Weihnachtsfilmabend im Baumhaus geschafft. Und wenn ich das alles so lese war das Jahr durchaus voll von viel Erlebtem, das ich wenig verarbeitet habe, denn emotional hänge ich grade irgendwo noch beim Post-Tattoo-Kaiserschmarren Ende September fest. Zwischendurch lief natürlich neben all dem die Ausbildung weiter, wenn auch nur sehr langsam. Aber in einem halben Jahr ist die Pflichttheorie mit meiner fixen Gruppe durch und auch bei der Selbsterfahrung bin ich schon über der Halbzeit.

Well, da war schon was los, aber von Balance lässt sich vermutlich nicht sprechen und von einem Gleichgewicht sicherlich auch nicht. Eher: die Waage vollstopfen und sich wundern, dass die Einzelteile am Rand der Schalen wieder herauspurzeln.

Für das neue Jahr bin ich noch absolut nicht und in keinster Weise bereit. Ich habe noch kein Wort und noch keine Ahnung. Ich halte mich noch im alten auf, da wo schon alles gesagt und getan ist, wo die Geschichte geschrieben ist, wo nur mehr der letzte Punkt und das Kuvert mit Siegel fehlt. Aber ich weiß, das wird kommen. Vielleicht erst in ein paar Wochen, erst, wenn alle anderen schon die Abos der Fitnessstudios wieder zu stornieren überlegen. Und dann melde ich mich mit meinem neuen Wort.

2 Antworten zu „Das war 2024”.

  1. Avatar von 1000huegelmomente

    Das klingt alles in allem nach einem „vollen und rundem“ Jahr. Der Zahl 24 irgendwie angemessen… Ich hab`s ja nicht so mit der Unterteilung in Jahre, oder besser Unterbrechung des Lebensflusses. Insofern unterliegen meine Resumees und Rückblicke anderen Kriterien. SO habe ich es mir z.B. zur Gewohnheit gemacht, bestimmte Abschnitte „haptisch“ werden zu lassen: Fotos in Büchern, angereichert um Dokumente (Eintrittskarten etc). Das lässt mich Vergangenes spürbar machen. Wichtig aber immer ist, dass man mit sich, der Welt um einen herum in einen Klang kommt. Das wünsche ich dir von Herzen auch für das Jahr 2025 (auch wenn sich diese Zahl wieder – für mich – so komisch anhört.

    Alles Liebe ,

    Werner

    Like

    1. Avatar von Sophie Ofühl

      Lieber Werner, das ist eine richtig schöne Idee. Ich will das eigentlich auch immer machen, bin dann aber von der schieren Flut an Bildern meistens so überfordert, dass ich es letztlich nicht schaffe. Eine zeitlang hab ich das akribisch nach den Reisen gemacht und ich freu mich immer darüber, dass ich diese Fotobücher jetzt habe – das ist einfach was Anderes als digitale Bilder. Ansonsten mag ich gewisse Abschnitte gern, obwohl ich gefühlt noch immer in der Schul- und Studienzeit lebe und mein Rhythmus mehr von September bis August geht als von Jänner bis Dezember.
      Ja, die Zahl hört sich wirklich komisch an, das stimmt. So als wäre man mit einer Zeitmaschine in die Zukunft gerast.
      Alles Liebe!
      Sophie

      Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu Sophie Ofühl Antwort abbrechen